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[Test] KALOAD FIT HR2: Die günstige Kopie des Xiaomi Amazfit Cor MiDong Fitness-Trackers?

Wenn ein Fitness-Tracker sich des Designs, der Funktionen und auch der Optik eines Konkurrenten bedient, dann sehe ich einen Vergleich als zwingend an. So auch beim Kaload Fit HR2-Fitness-Tracker. Dieser sieht auf den Produktbildern aus wie der Xiaomi Amazfit Cor MiDong Fitness-Tracker und bietet auch ähnliche Watch-Interfaces an. Ein Vergleich ist also angebracht. Kann der Fitness-Tracker, der für rund 20 Euro weniger angeboten wird, mit dem Original mithalten? Der nachfolgende Test wird es Euch zeigen.

Verarbeitung

Befassen wir uns doch erstmal mit dem Aussehen des Trackers und dessen Verarbeitung. So direkt nach dem Auspacken sieht der Kaload Fit HR2-Tracker tatsächlich aus wie ein kleiner Bruder des Xiaomi Amazfit Cor MiDong-Trackers. Doch direkt nach dem Auspacken sieht auch jedes andere Gerät noch super aus und man könnte sagen: Verarbeitung? Top. Einige Wochen später sieht das Ganze dann schon ein Wenig anders aus. Beim Tracker blättert am oberen und unteren Rand die Farbe ab. Finde ich persönlich unschön. Ihr könnt das auf dem nachfolgenden Bild genauer sehen. Beide Tracker habe ich ungefähr zur gleichen Zeit erhalten, den Kaload-Tracker jedoch längere Zeit in die Schublade gelegt, da ich mich zuerst mit dem Original beschäftigen wollte. Trotzdem sieht das Original auch heute noch wie am Tag 1 aus, während der Tracker von Kaload schon eher mitgenommen aussieht:

Der Touchscreen des Trackers funktioniert schlecht. Eingaben werden oft gar nicht erkannt. Das Ganze ist zudem überhaupt nicht intuitiv programmiert und es kommt zu vielen Fehleingaben. Ich kann den Tracker nicht wirklich bedienen. Was einmal geht, geht beim zweiten Mal plötzlich nicht mehr. Eher schlecht, als recht. Auch Kratzer sind nach einigen Wochen der Nutzung auf dem „Glas“ zu sehen. Unschön, aber wohl eh nicht zu vermeiden. Nachfolgend ein Bild der beiden Tracker. Links der Kaload Fit HR2, rechts der Xiaomi Amazfit Cor MiDong-Tracker. Unverkennbar das gleiche Watchface.

Funktionsumfang

Kommen wir zum Test und beginnen doch mit dem Funktionsumfang. Der Kaload Fit HR2-Tracker orientiert sich optisch, wie auch von den Funktionen her, stark am Xiaomi Amazfit Cor MiDong-Tracker. Entsprechend sind auch die Funktionen vergleichbar:

  • Schrittzähler
  • Kalorientracking
  • Aktivitätenerfassung
  • Pulsmesser
  • Benachrichtigungsanzeige
  • Schlaftracking

Nun kommen aber schon die ersten Unterschiede. Xiaomi hat bei seinem Tracker noch einige Zusatzfunktionen wie die aktuellen Wetterinformationen (via Phone) eingebaut. Diese sucht man hier vergeblich. Auf die einzelnen Funktionen gehe ich weiter unten noch genauer ein. Für den Preis geht aber auch der Funktionsumfang ganz klar in Ordnung.

App

Wer gehofft hat, dass er die Daten z.B. mit der Mi Fit App von Xiaomi synchronisieren kann, der wird enttäuscht. Xiaomi lässt es nicht zu, dass andere Tracker mit der eigenen App gekoppelt werden können. Und  so hat Kaload eine eigene App am Start, die sich für die Synchronisierung und Auswertung der Daten nutzen lässt. Diese hört auf den Namen Wearfit und ist unter folgendem Link im Play Store zu finden:

Wearfit
Wearfit
Entwickler: Wakeup
Preis: Kostenlos
WearFit2.0
WearFit2.0
Entwickler: Wakeup
Preis: Kostenlos

Moment, das sind doch zwei Apps? Ja, richtig. Der Tracker lässt sich mit beiden verbinden. Aber nur mit der Wearfit 2 gibt es z.B. auch App-Benachrichtigungen – sofern der Sync zwischen Band und App dann auch klappt… mehr dazu unten. Kommen wir doch rasch noch zur App selber. Genauer vorstellen werde ich diese hier nicht. Beide Apps selber sind mehr als schlecht umgesetzt. Die Darstellung ist  zwar übersichtlich und würde grundsätzlich das Wichtigste einfach zugänglich machen, aber sie laggen teilweise und rein von den Übersetzungen her würde es wohl meine 10jährige Nichte besser hinbekommen. Kleines Beispiel? Hier:

Schrittzähler

Was kann man von einem Tracker im unteren Preissegment im Bereich Schrittzähler erwarten? Bei Xiaomi recht viel. 100 Schritte laufen, 100 Schritte auf dem Tracker. Bei einer Kopie? Nicht unbedingt so viel…. Ich war gestern Abend ca. 1.5 Stunden laufen und habe dabei 10’092 Schritte gemacht – gemäss Xiaomi Amazfit Cor MiDong-Tracker. Für den Vergleich habe ich den Kaload-Tracker am gleichen Handgelenk getragen, wie den Fitnesstracker von Xiaomi. Ergebnis: Hier werden 8’533 Schritte angezeigt. Also 1’559 Schritte weniger. Auch wenn ich immer wieder betone, dass diese Angaben als Richtwerte dienen und nicht als Realwert interpretiert werden sollen, so finde ich dieses Ergebnis unbefriedigend. Wenn nicht einmal die einfachsten Funktionen eines solchen Trackers zuverlässig funktionieren, was soll ich dann mit dem Tracker?

Kalorientracking

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle schreiben, wie viele Kalorien ich mit dem Tracker bei oben angegebener Schrittzahl verbrannt habe. Doch der Tracker selber gibt dies nicht an. Ich bin mir nicht sicher, ob es über ein Untermenü direkt auf dem Tracker möglich wäre, gefunden habe ich jedenfalls nichts. Das Problem ist auch der Touchscreen des Geräts. Mit diesem kann man zwar ein Wenig navigieren, doch gewisse Angaben werden schlicht nicht „gefressen“ und so komme ich sehr mühsam – wenn überhaupt – dorthin, wo ich eigentlich will.

Und so habe ich keinerlei Angaben zu den Kalorien. Moment… Da war doch noch die App? Ja, richtig. Von Wearfit gibt es im Play Store sogar zwei Apps. Wearfit und Wearfit 2. Über die Apps habe ich oben ja bereits geschrieben. In beiden steht, dass der Tracker verbunden ist. Doch in beiden werden keine Angaben zu Schritten, Kalorien und dergleichen dargestellt. Ich habe dies mit zwei unabhängigen Phones probiert – bei beiden das gleiche Ergebnis.

Pulsmesser

Der Pulsmesser misst etwas höher als der Tracker von Xiaomi. Und da ich bei meinem Test des Xiaomi-Trackers festgestellt habe, dass der Wert dieses Trackers so zwischen 20 und 30 Schläge pro Minute tiefer ausfällt, sehe ich hier einen Vorteil des Kaload Fit HR2. Dieser misst, zumindest in meinen Tests, höhere Werte als Xiaomi und ist so vermutlich sogar einen Tick genauer.

Benachrichtigungsanzeige

App-Benachrichtigungen funktionierten zu Beginn einigermassen okay. Ich sah die Benachrichtigung. Also zumindest den ersten Teil, der direkt auf dem Display platz hatte. Weiterscrollen war nicht möglich. Zumindest nicht bewusst. Es war Zufall, wenn das mal geklappt hat. Wie es funktioniert, weiss ich auch heute nicht. Denn egal wie ich auf dem Screen rumtippe; manchmal klappt es, manchmal nicht. Mit der Zeit funktionierte es dann plötzlich gar nicht mehr. Keine Benachrichtigungen kamen mehr an. Auch hier bin ich sehr enttäuscht von dem Tracker.

Uhrzeit oder andere Anzeige durch Drehen

Etwas, was bei dem Tracker ausnahmsweise und ohne Probleme funktioniert – das Drehen des Hangelenks zum Anzeigen der Uhrzeit. Es klappt – mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. So muss es sein.

Bitte nicht stören

Ja, es gibt sogar einen „Bitte nicht stören“-Modus in der App, den man für den Tracker einstellen kann. In der (miserabel schlecht übersetzten) App heisst das allerdings dann „ruhiges Modell“. Funktionieren tut es. Ich weiss allerdings nicht, ob es funktioniert, weil ich es eingestellt habe, oder eben, weil eh keine Benachrichtigungen mehr eintreffen… Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es funktionieren würde.

Wecker

Ich lasse mich ja gerne von meinem Smartphone-Wecker wecken. Oder aber, wenn ich meine Freundin nicht aufwecken will, von meinem Fitness-Tracker. Beim Amazfit Cor MiDong-Tracker ist das kein Problem und funktioniert auch. Hier wiederum nicht. Ich vermute, dass es einfach an der schlecht programmierten und übersetzten App liegt und nicht unbedingt am Tracker selber. Aber was nützt mir ein Tracker, der nicht mit der App kommunizieren kann?

Schlaftracking

Da die App keine Daten anzeigt, kann ich natürlich schlecht schauen, inwiefern das Schlaftracking funktioniert. Einzige Angabe, die ich zur Verfügung habe, ist die Angabe auf dem Tracker selber. Dieser gibt mir bei der letzten Nacht 7 Stunden und 3 Minuten an. Xiaomi wiederum spricht von 6 Stunden und 12 Minuten. Wer genauer ist, mag ich nicht zu sagen, gehe jedoch stark davon aus, dass Xiaomi auch hier abliefert, während Kaload eher ungefähre (und ungenaue) Werte liefert.

Begriffserklärung

Leichter Schlaf
In der Phase des leichten Schlafs sind die Hinrstromaktivität, die Herzfrequenz und die Atemfrequenz herabgesetzt. In dieser Schlafphase wacht man schnell wieder auf. Die Fähigkeit, aus dem Schlaf wieder aufzuwachen, ist ein Verteidigungsmechanismus, der äusserst wichtig für die Gesundheit und das Überleben ist (und besonders früher war). Der leichte Schlaf erfüllt ein normales physiologisches Bedürfnis. Wenn der leichte Schlaf jedoch zu lange dauert, kann dies die Schlafqualität beeinträhctigen und zur Müdigkeit und Aufwachschwierigkeiten führen.

Tiefschlaf
Im Tiefschlaf werden die Hirnstromfrequenz, die Atemfrequenz und der Blutdruck gesenkt. Der Tiefschlaf, auch bekannt als Slow-Wave-Schlaf, ist die tiefste Schlafphase, aus der man am schwierigsten aufwachen kann. Wenn man während dieser Phase geweckt wird, drohen Benommenheit, Herzklopfen und Gereiztheit. Die Forschung zeigt, dass sich der Körper am effektivsten in der Tiefschlafphase von seiner Müdigkeit erholt. Der Tiefschlaf ist sehr wichtig für die Stabilisierung der Gemütslage, eine ausgeglichene Psyche und die Wiedergewinnung der Vitalität. Als Faustregel gilt: je mehr Tiefschlaf, desto höher die Schlafqualität. Sehr hohe Tiefschlafwerte über einen langen Zeitraum können jedoch auch ein Krankheitssymptom sein.

IP67-Zertifizierung

Der Kaload Fit HR2-Fitnesstracker ist nach IP67 geschützt. Das IP im IP-Code bedeutet, dass das Gerät bis zu einem gewissen Grad gegen das Eindringen von Fremdkörpern und/oder Flüssigkeiten geschützt ist. Die Kennziffer 6 sagt aus, dass das Gerät gegen das Eindringen von Staub geschützt ist. Die Kennziffer 7 sagt aus, dass das Gerät gegen das Eindringen von Wasser für einen gewissen Zeitraum (getestet wirds mit 30 Minuten) geschützt ist. Ich hatte den Tracker sowohl bei den Schwimmtrainings, als auch unter der Dusche an. Er funktioniert noch, also entsprechend wird die Zertifizierung so wohl auch stimmen.

Akku

Der Akku des Trackers ist für mich der grösste Minuspunkt und eigentlich auch gleich das Killerkriterium. Allerdings erst, seit ich weiss, dass der Tracker von Xiaomi 12 und mehr Tage am Stück durchhält. Kaload gibt eine Akkulaufzeit von 7 bis 15 Tagen an. Und auch wenn die Hersteller gerne mal etwas bei den Angaben tricksen (wobei Xiaomi wiederum viel zu tief gestapelt hat), so ist das Ergebnis im Alltag dann doch eine grosse Enttäuschung. Ich habe, ohne die angegebene Akkulaufzeit gekannt zu haben, mit ca. 2-3 Tagen gerechnet. Wenn aber 7-15 Tage angegeben werden, dann erwarte ich mindestens 5 Tage. Daher meine Enttäuschung.

Der Tracker von Kaload fällt nie unter die Hälfte der Akkuleistung. Klingt zwar im ersten Moment gut, ist es aber nicht. Denn der Akku hält kaum länger als zwei Tage durch. Plötzlich und aus dem Nichts geht der Tracker aus. Und das, obwohl der Akku kurz zuvor noch mehr als die Hälfte der Ladung angezeigt hat. Ich habe den Akku natürlich mehrfach wieder aufgeladen, das Ergebnis bleibt das Gleiche. Ich vermute hier ein firmwareseitiges Problem, das mit einem Update unter Umständen gelöst werden könnte. Doch während den nun bald sechs Wochen Nutzungszeit am Handgelenk kam kein einziges Update. Und so besteht der Fehler natürlich weiterhin.

Geladen wird über ein Verbindungsstück mit drei Konnektoren für die Pins an der Unterseite des Trackers. Ich persönlich finde diese Art des Ladens zwar grundsätzlich gut (also via Pins), aber hey… doch nicht so… Bereits das Microsoft Band 2 konnte es und Xiaomi macht es mit dem Amazfit Cor MiDong-Tracker nach. Ein Magnet-Anschluss wäre so viel praktischer und man müsste gar nicht erst lange rumfummeln. Schade, so eher schlecht, als recht.

Ich persönlich finde es zwar schön, wenn es mehr Konkurrenz auf dem (Wearable-)Markt gibt und diese eigene Geräte und Tracker mit ähnlichem Funktionsumfang und Design auf den Markt bringen. Aber einfach ein Produkt auf den Markt werfen und dann nicht pflegen? Für mich ein No-Go. Umidigi (ehemals Umi) ist bei den Phones so ein Kandidat. Phones am Laufmeter, die aber kaum mehr als ein Update kriegen. Danach ist fertig. Schade, denn so bekommt der Tracker schlussendlich nur eine Kaufempfehlung, wenn man sich vor Augen führt und bewusst macht, dass der Akku eben kaum länger als zwei Tage durchhält.

Timer / Stoppuhr / Aussentemperatur & Wetter

Grundsätzlich gibt es aber sowohl einen Timer, als auch eine Stoppuhr. Sofern man diese denn starten kann, funktionieren sie auch. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Es gibt sogar ein Watchface, welches das Wetter und die Aussentemperatur anzeigt. Woher die Werte stammen, weiss ich nicht. Teilweise passten die Angaben einigermassen mit den reellen Bedingungen, teilweise lag das Ganze dann wieder um bis zu 10 Grad auseinander.

Fazit

Kurz und schmerzlos: Dieser Tracker ist einfach nur Mist. Was nütz es mir, wenn ich nicht einmal genau weiss, welche App ich für den Tracker verwenden muss? Was nützt es mir, wenn der Tracker dann zwar verbunden ist, jedoch nicht mit der App kommuniziert? Was nützt es mir, wenn ein Tracker nicht einmal die Basics (Schritte zählen) sauber hinbekommt und dazu noch ein sehr schlecht funktionierendes Display (Touchscreen) besitzt? Genau, gar nichts. Ich persönlich würde da lieber nochmals einen 20er springen lassen und mir das Original holen. Entsprechend gibt es hier nachfolgend auch keinen Kauflink. Empfehlen kann ich Euch daher diesen Beitrag:

Xiaomi Huami Amazfit Cor MiDong Fitnesstracker im Test – der neue Stern am Tracker-Himmel?


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I would say you lost.

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